Mailing 19/2004 vom 10.05.2004

Amphibiengefährdung durch Elektozäune

Im Zusammenhang mit Felderhebungen im Waldviertel (NW Niederösterreich) wurden an Elektrozäunen
an Fischteichen zahlreiche tote Erdkröten gefunden. Bei dem Zaun handelte es sich um einen sogenannten "Elektrischen
Fischotterzaun". Diese elektrischen Barrieren sollen den Fischotter (Lutra lutra) von den Fischteichen fernhalten.
Unzählige anwandernde Erdkröten (Bufo bufo) erlitten beim Kontakt mit diesem, für Amphibien praktisch unpassierbaren
Zaun, den Stromtod. Im Gewässer selber konnte hingegen
kein einziges Individuum beobachtet werden.

Bilder: www.amphibienschutz.de/e-zaunopfer.htm

Die Funktionsweise dieser Zäune entspricht den in der Rinder- und Pferdehaltung üblichen Elektrozäunen. Während bei diesen
Zäunen aufgrund der hochgelegenen Leitungsführung keine Gefährdungen für Amphibien auftreten, werden in der Schafhaltung auch
stromführende Gewebenetze eingesetzt.


Diese Form der der Amphibiengefährdung ist bislang weitgehend unbekannt. Es sollen deshalb gezielte Beobachtungen/Kontrollen
an solchen Zäunen angeregt werden. Um die Mitteilung von Beobachtungen und Erfahrungen mit den Auswirkungen der beschriebenen
Elektrozäune wird dringend gebeten.


Meldungen bitte an:

Hans Teufl, email: hans.teufl@herpetofauna.at